Eines der wertvollsten Geschenke des ersten Buddha Siddharta Gautama Shakyamuni finden wir in seiner Auflistung der sieben Faktoren der Erleuchtung. Diese werden auch Faktoren des Erwachens genannt.

Wie viele spirituell Übende vertrete ich die Ansicht, dass wir göttlich sind. Diese tiefe Überzeugung hat nichts mit Blasphemie eines Systems zu tun. Jeder darf seine Überzeugung aus Erfahrung und mit Mitgefühl vertreten.

Die Faktoren der Erleuchtung bilden einen Pfad zur Befreiung. In der Betrachtung Buddhas ist dieser Pfad die Befreiung von den drei geistigen Fesseln: Gier, Hass und Verblendung.

Buddha, der Erwachte!
Er hat nach Jahren extremer Askese seinen Weg gefunden. In allen Überlieferungen erkennen wir einen roten Faden in seiner Lehre: die Spiritualität im Alltag greifbar, erfahrbar und unkompliziert machen. Der mittlere Weg findet hier seine Krönung. Eine geistige Revolution in der Zeit alter Traditionen.

Dieser goldene Weg der Mitte mag einfach erscheinen. Doch braucht er Beharrlichkeit und einen geläuterten Geist.

Die Mystik der Zahl 7

Vielleicht fragst du dich, ob Buddha über die Zahl sieben gesprochen hat. Ich weiß es nicht!
Doch gemäß der Legende und den Überlieferungen über sein Leben spielt diese Zahl eine bedeutende Rolle.

  • Seine sieben Schritte in jede Himmelsrichtung, um die Erinnerung an seine Seelenabsicht, nicht wiedergeboren zu werden, zu markieren.
  • Das Erlangen der Erleuchtung in der Morgendämmerung des siebten Tages unter dem Bodhibaum.
  • Das Verweilen im höchsten Nirvana-Zustand sieben Wochen lang, nachdem er aus dem Traum dieser Welt erwachte.
  • Seine Bereitschaft, seine Lehre zu verkünden um andere Menschen seinen Pfad zu zeigen, sieben Wochen nach seinem Erwachen.
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Zahlen eröffnen uns eine Welt der Mystik und Symbolik. Sie haben die Fähigkeit, uns an unsere Urabsicht zu erinnern. Kultur- und traditionsübergreifend, sie erzählen von einer heiligen Reise. Eine Wandlung.

Doch lass uns kurz beobachten, wo wir überall diese Zahl finden. Beispielsweise:

  • In den sieben subtilen Haupt-Energiezentren (Chakras) der tantrischen Tradition
  • Als Verschmelzung des Geistigen mit der Materie (Addition der Zahlen drei und vier)
  • Als Vollendung der Schöpfung am siebten Tag
  • In den sieben spirituellen Gesetzen des Hermes Trismegistos
  • In den sieben Bitten des Vaterunsers

Nicht selten wurden in einigen Kulturen Menschen mit dieser Lebenszahl (Quersumme des Geburtsdatums) in Klöster gebracht. Man war davon überzeugt, dass ihr Geist die Bereitschaft, sich mit der Mystik auseinanderzusetzen, eher entfalten würde.

Weißt du übrigens, was deine Zahlen über dich verraten?
Bei Interesse empfehle ich dir meinen numerologischen Seeleneinblick.

Erleuchtungsfaktoren als Weg zur Befreiung

Die fundamentalste Lehre Buddha beruht auf dem Erlangen der Befreiung durch das Wissen um die vier edlen Wahrheiten: sein erster Vortrag nach dem Erwachen.

Alle seine Lehrpfade sowie Vorträge erinnern uns daran, dass wir alle im Moment voller Achtsamkeit erwachen können. Das Erwachen oder der Zustand des Nirwana bedarf nicht das Verlassen des physischen Körpers (Tod). Es kann in diesem Moment, in dem wir uns alle gerade befinden, erfolgen. Es kann nur in diesem einem Moment geschehen! Denn er ist der einzige, der uns gehört.
Eine Voraussetzung ist dennoch die geistige Klarheit, um im Moment verweilen zu können. Die sieben Faktoren der Erleuchtung zeigen uns die dafür notwendigen Geistesqualitäten. Erlaube mir, dir nun einen etwas anderen Blickwinkel über diese Eigenschaften zu geben.

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1. Achtsamkeit

Multitasking ade! Die Achtsamkeit zeigt die Fähigkeit, im Augenblick verweilen zu können. Sie ist eine kontinuierliche Schulung unseres sonst so zerstreuten Geistes. Sehr oft springt er zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wir verpassen dabei die Heiligkeit und das Geschenk des machtvollen jetzigen Moments.

Die Achtsamkeit durchdringt den Geist und macht die weiteren Faktoren erst möglich. Sie ist eine unglaubliche Tür zur Heilung.
Wer im Moment verweilen kann, lernt, sich anzunehmen und die Vergangenheit ruhen zu lassen.

Umsetzungsimpuls
Nimm dir vor, deinen Geist zu schulen. Zu einer fixen Uhrzeit, mit einer klaren Beschäftigung ohne jegliche Ablenkung. Wie wäre es zum Beispiel mit einem 20-minütigen Spaziergang in der Natur? Und jetzt kommt es: ohne Handy, ohne Musik. Probiere es aus!

2. Wahrheitsergründung

Buddha war kein Buddhist. Du brauchst daher keiner zu sein, um von der Weisheit seiner Lehre zu profitieren. Der zweite Faktor erinnert uns an unsere mentale Fähigkeit des Hinterfragens.

Ist die spirituelle Lehre, der wir folgen, dienlich? Wir sind freie Geister und dürfen es auch bleiben.
Die Ergründung der Beständigkeit führt uns zum Wissen um das Geschenk der Vergänglichkeit. Das Wahrhaftige und Ewige lässt sich erkennen.
Schaffe eine unterstützende Umgebung und eine Hygiene (sowohl geistig als auch körperlich), um dahin zu kommen.

Umsetzungsimpuls
Welche Lehre inspiriert dich? Lese sie. Studiere sie. Teile deine Erkenntnisse mit Gleichgesinnten. Forsche und erforsche, bis du deine eigenen Erfahrungen machst. Teile am Ende dieser intensiven Zeit gern dein Wissen mit anderen.

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3. Willenskraft

Als ich vor einigen Jahren mit meiner spirituellen Praxis (Sadhana) begann, habe ich verstanden, was Willenskraft ist. Es gab viele Tage der Trägheit. Gerade im Winter um 4:30 Uhr aufzustehen, anstatt es mir weiterhin gemütlich im Bett zu machen, war eine Herausforderung.

Mein innigster Wunsch, mich dem Göttlichen hinzugeben, war und ist meine stärkste Motivation. Dieses Bedürfnis ist das Feuer, das mich seit meiner Kindheit begleitet.
Dein wahrhaftiges Warum gibt dir die Kraft weiterzugehen, wenn dich nichts mehr hält.

Umsetzungsimpuls

Wofür brennst du? Was hast du schon probiert, um dahin zu kommen?
Schreibe dir auf, worum es dir wahrhaftig geht. Gib dann dein Bestes. Es gibt keine Ausreden. Gern begleite ich dich im Rahmen meines individuellen Programms: Awakeness Momentum.

4. Freude

Spiritualität ist weder trocken noch humorfrei. Die gelebte Verwirklichung unserer wahren Natur erfordert gewiss das Bestreiten verschiedener Phasen – mal tiefgreifend, mal herausfordernd.
Je nach Karma fällt uns aufgrund gewisser mitgebrachter Fähigkeiten leichter, das eine oder andere besser wegzustecken.
Doch eine tiefgründige Spiritualität lässt unsere innere Oase der Freude stets fühlbar sein. Diese Freude ist wie eine frische Brise. Sie hat eine weibliche Qualität des Annehmens und Nährens.

Umsetzungsimpuls
Schließe deine Augen und gehe in Kontakt mit deiner inneren Weisheit. Lächle nach innen. Beobachte und fühle in dich hinein. Wie fühlst du dich? Was geschieht, wenn du dir erlaubst, alles sein zu dürfen?
Das Gefühl der Leichtigkeit, das dich gerade erfüllt, ist ein treuer Wegbegleiter der Freude.

5. Stille

Im Auge des Sturms ist es ruhig. Die vielen Erfahrungen und Erkenntnisse kommen zur Ruhe im Kern deines Seins. Dein Geist wird im Schoß des Universums gestillt.
Keine Notwendigkeit, eine gewisse Meinung zu vertreten. Das Universum sorgt für eine Ordnung. Alles findet seinen Platz. Es ist getan.
Hier angelangt, spielen die vielen Anstrengungen und die Zeit keine Rolle mehr. Es ist getan und wir erkennen, dass dieser Ort immer in uns präsent ist.

Umsetzungsimpuls
Kannst du dich an einen Moment erinnern, wo es keine Notwendigkeit für dich gab, etwas zu tun? Ohne es erklären zu können oder sogar zu wollen, fühltest du Stille. Wie kamst du dahin? Erinnere dich, dass du jederzeit erneut dahin gelangen kannst.

6. Konzentration

Viele Menschen verwechseln „Konzentration“ mit „Meditation“.
Während die Konzentration für die meisten von uns trainiert werden muss, erfolgt die Meditation von allein.
Konzentration oder Sammlung ist das Fokussieren des Geistes auf einen Punkt oder Inhalt. Der Fokus ist auf einen Anker gerichtet. Dieser Anker erfüllt den Raum unseres Geistes mit gewissen Färbungen. Ohne Konzentration ist keine Meditation möglich. Sie ebnet den Weg dahin, obwohl die Meditation der natürliche Zustand unsers wahren Selbst ist.

Umsetzungsimpuls
Tratak, das Starren auf eine Kerzenflamme, ist eine wertvolle Konzentrationsübung. Zur Morgendämmerung oder am Abend, setze dich in ca. einem Meter Abstand von einer Kerzenflamme. Starre sie an, ohne zu blinzeln. Bleibe geistig bei der Flamme. Nur bei ihr.

7. Gleichmut

Gleichmut ist keine Gleichgültigkeit. Sie ist die Essenz, die dazu führt, dass wir sagen können: es ist gut, wie es ist. Er basiert auf zahlreiche Tugenden wie Mitgefühl, Akzeptanz, Unterscheidung und Erkenntnis.
Der Weg zum Gleichmut erfordert eine tiefgründige Läuterung des Geistes. Dieser wird von äußerlichen Attributen frei. Die Transzendenz der Energie der Zahl sieben kann somit erfolgen. Heiße deine zurückerlangte Vollkommenheit willkommen.

Umsetzungsimpuls
In der Interaktion mit unseren Mitmenschen zeigen sich unterschiedliche Emotionen, Gedanken und Gefühle. Unabhängig von deinen Präferenzen: versuche Freunde, Bekannte und für dich weniger „wichtige“ Menschen gleich zu behandeln.
Komme dahin, die Energie der Nächstenliebe anderer Meister wie Krishna und Jesus Christus zu verwirklichen.

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Nährende Erkenntnis

Der Weg des Buddha erinnert uns daran, dass Religion keine Spiritualität ist oder sein muss. Sie ist weder von der gehobenen Klasse noch exklusiv.

Die sieben Faktoren des Erwachens bilden einen Leitfaden, der uns mit Demut und Klarheit hilft, zu erkennen, wo wir uns gerade befinden und was noch zu tun ist.

Atme. Lebe. Liebe. Leuchte, wundervolles Wesen. Erwache!

Solltest du in Resonanz mit meinen Anschauungen sein, so begleite ich dich gern auf deinem Weg der Meisterschaft.

Ich freue mich auf wertschätzende Kommentare.
Danke für‘s Lesen. Danke für deine Zeit.

Om und Prem, Massama Kambia
Spirituelle Lehrerin | Yoga LifeMind Coach | Autorin