Erinnere dich an das letzte Mal, als du vergeben hast.

  • War es einfach?
  • Hast du gewisse Überwindungen meistern müssen?
  • Welche deiner Werte haben die notwendigen Ressourcen in dir aktiviert?

Der heilige Akt der Vergebung führt uns in die Freiheit.

Ist es dir am Ende dieses Prozesses gelungen, den so sehr ersehnten inneren Frieden zu erlangen? Oder fühltest du danach – und möglicherweise noch heute – eine gewisse Leere?

Vielleicht hat sich eine gewisse Energie der Wut oder gar des Versagens in deiner geistig-emotionalen Welt eingenistet. Diese kommt immer mal wieder hoch. Gerade in Phasen, in denen verdrängte Erinnerungen aufflammen und die Sehnsucht nach Antworten und dem Verstehen groß wird. Warum? Warum ich? Kommt dir das bekannt vor?

Die Vergebung

Eines der mächtigsten Tore für das Ankommen im Jetzt. Der Augenblick, in dem die einzige wahre Heilung (Ganzwerdung) geschehen kann.
Eine Tür, die, wenn sie sich öffnet, jeden und jede von uns sofort auf eine andere Ebene katapultiert.

Doch sie erfordert unsere Bereitschaft. Keine kognitive! Sie verlangt uns eine Entscheidung ab, die für viele nicht nachvollziehbar sein kann – gerade, wenn sich Horror-Taten abgespielt haben.

Ja! Vergib.

Als ich im Jahr 2019 mein Buch über die Vergebung (zurzeit nur auf Französisch erhältlich) geschrieben habe, war es erforderlich, mir einen erneuten Tiefgang in meinem bisherigen Leben zu erlauben. Denn nicht selten habe ich seelische Schmerzen, wie die der Ablehnung erfahren.

ich-vergebe-ich-will-frei-sein

Kann eine Seele Schmerz erfahren?
In meiner heutigen Wahrnehmung ja. Dennoch auf einer anderen Ebene des Bewusstseins. Dieser Schmerz geschieht durch ihre verschiedenen Kostüme, denn jede Seele hat bereits eine gewisse Identifikation angenommen. Erst diese ermöglicht ihr das Erfahren und Spielen von Rollen in ihrer jetzigen Inkarnation.

Doch sie:

  • muss nicht an diesen Schmerzen leiden
  • kann den Weg bis zum Beginn aller Zeit zurückgehen und sich erinnern
  • hat die Fähigkeit, wie ein Tropfen wieder mit dem Meer zu verschmelzen

Während des Schreibprozesses meines zweiten Buches bekam ich außerdem die Möglichkeit, mich mit einigen Menschen zu unterhalten. Einige dieser Geschichten waren sehr berührend und explosiv. Sie hatten das Potential, Wut und Gerechtigkeitsaspekte in mir zu aktivieren. Doch eins wurde mir und allen Diskussionsteilnehmern klar: Nicht zu vergeben vergiftet den Träger!

Es kostet Überwindung, doch vergib.

Und trotz dieses Wissens ist es nicht einfach, diesen intimen Akt, diese heilige und opferreiche Handlung zu vollbringen. Wir opfern unseren Stolz, unsere Verbitterung, unser Gefühl der Rache und vieles mehr. Oder nicht?
Vielleicht hast du dir öfters die Frage gestellt, wie du dahin kommen kannst, diesen Weg der Meisterschaft erfolgreich zu bestreiten?
Ich tat es. Und nicht selten!

In den nächsten Zeilen gebe ich dir einige Impulse mit auf dem Weg. Lass dich von ihnen inspirieren, wenn du magst.
Bereits an dieser Stelle ein wichtiger Hinweis meinerseits: Aktiviere die Stelle in deinem Selbst, die von Verletzungen unberührt ist und bleibt.
Wenn es dir schwerfällt oder du nicht nachvollziehen kannst, wie ich das meine, so denke vor dem Lesen dieses Artikels an eine wunderschöne Erfahrung.
Erhöhe deinen Energielevel, damit eine Betrachtung aus einer Vogel-Perspektive geschehen darf.

Vergebung ist weder Kopfsache noch logische Betrachtung. Wie die Liebe und das Mitgefühl lebt sie von der Gabe ihres Seins.

Was die Vergebung nicht ist

Ich wähle hier bewusst eine Negation.
Damit möchte ich dir bewusst machen, dass die Vergebung sich selbst genügt!

Sie ist kein Vergessen.

Und erfordert somit keine Amnesie-Pille. Gleichzeitig bleibt sie unberührt von den Erinnerungen, die zu ihrer Entfaltung geführt haben, sollte der Prozess vollbracht sein.
Eines meiner Lieblingsbeispiele ist das von Jeshua (Jesus Christus). Lass uns davon ausgehen, dass die Bibelgeschichte wahr ist. Er wurde demnach gekreuzigt und ist am Kreuz verstorben. Sicherlich bist du der gleichen Meinung wie ich – dass er seinen Peinigern vergeben hat. Glaubst du, er hat diese Erfahrung am Kreuz vergessen?

Sie ist keine Hoffnung auf göttliche Vergeltung.

Mein Verständnis von Gott ist nicht die einer Wesenheit, die sich in gewissen Sphären aufhält und verurteilt. ErSieEs (so meine häufige Bezeichnung für Gott) ist weder weiblich noch männlich, weder gut noch böse. ErSieEs erfährt sich durch uns, die Materie, und ist somit stets in ihr manifest. Wir als Samen sind Schöpfung und Schöpfer. Mit dem Satz „Ich vergebe dir, denn Gott wird dir schon deinen Teil zuweisen“ zu vergeben ist fehl am Platz!

ich-vergebe-ich-fuehle-mich-leicht

Ich kenne diesen Satz, denn ich habe ihn in der Vergangenheit oft gedacht. Wenn du die wahre Kraft der Vergebung erfahren möchtest, lass bitte Gott und das Karma aus dem Spiel.

Sie ist keine Versöhnung.

Während die Vergebung in dir, für dich und durch dich geschieht, benötigt die Versöhnung die Bereitschaft der anderen Akteure. Sie kann erst geschehen, wenn alle bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, zu vergeben und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Sollte eines dieser wichtigen Komponente fehlen, so wird es schwierig sein, dieses heilige Ritual zu vollenden.

Oft denken wir, dass es wichtig sei, Reue zu zeigen. Das klingt für mich genauso absurd wie die folgende Aussage: „Er hat mich geschlagen, weil er mich liebt!
Doch gebe ich zu, mir sehr oft gewünscht zu haben, dass mir Reue gezeigt wird. Sicherlich, um meinen Wunsch nach Respekt zu stillen – was vollkommen legitim ist. Und doch kam ich immer mehr dahinter, welche Ebene in mir danach verlangte.
Ich hoffe, du verstehst, woraus ich hinauswill. Gerade diese Themen sind der Kern meiner Spirit-Beratung und meines Pfad der Befreiung-Angebots.

Vergib und werde frei

Was beinhaltet das Wort „Vergebung“? Egal, ob ich mir das lateinische Ursprungswort „perdonare“, „pardonner“ auf Französisch oder „to forgive“ in Englischen anschaue, so erkenne ich immer wieder eins: die Symbolik der Gabe.

  • Gebe, um Altes loslassen und Neues annehmen zu können.
  • Gebe, um zu erkennen, dass du bereits in Fülle lebst.
  • Gebe, um der machtvollen Gabe Willen.

Zu vergeben aktiviert deine Selbstliebe.

Du gibst dir sowohl die mentale als emotionale Erlaubnis, etwas sein zu lassen. Wenn du daran interessiert bist, wie dein Geist funktioniert, so empfehle ich dir meinen Online-Kurs „Lerne deinen Geist kennen und erkenne deine wahre Natur“.

Bei der Vergebung reden wir vom größten Akt der Selbstliebe. Denn die Bereitschaft zur Vergebung bedeutet:

  • Ich habe genug und will mich mit diesem Scheiß nicht weiterhin beschäftigen.
  • Ich gönne mir Ruhe und Gelassenheit.
  • Ich denke an meine Gesundheit und höre auf, mich zu vergiften.
  • Ich halte Ausschau nach dem, was mich nährt.
  • Ich entscheide mich für mein Leben im Jetzt.

Diese Entscheidung überflutet dich mit Mitgefühl. Du leidest nicht mehr mit dir selbst, sondern du vertrittst die Anschauung, dass du höchstwahrscheinlich unter den gleichen Bedingungen genauso wie die andere Person gehandelt hättest. Ohne eine Haltung entschuldigen zu müssen, erfährst du ein tiefes Verständnis für das Verhalten der anderen Person. Du bleibst dennoch auf dich fokussiert!

ich-vergebe-ich liebe-mich

Das Vergeben holt deine Aufmerksamkeit in die Gegenwart zurück.

Du kannst nur etwas vergeben, das bereits geschehen ist. Das Vergangene wiederkäuen bindet deine Energie. Du verpasst demnach stets, was in diesem Moment geschieht, weil deine Aufmerksamkeit im früheren Geschehen gefangen bleibt.

Erlaube dir, zurück ins Jetzt zu kommen. Verbinde dich mit deinem Atem. Spüre, wie deine Bauchdecke sich beim Einatmen hebt. Spüre, wie du mit jedem Ausatmen alles vorbeiziehen lässt, was dir nicht mehr dienlich ist.

Wie eine Welle wird dir bewusst, dass deine Schmerzen und Fragen eine Erinnerung sind. Wertschätze alle Erfahrungen, doch erfinde dich nicht durch sie neu. Sie haben dich dahin gebracht, wo du gerade stehst, doch du hast jetzt die Möglichkeit, deine geistige Haltung zu wählen.

Ich vergebe. Ich bin frei. Unser Mantra.

Ich hätte noch viel zu sagen, zum Beispiel zur Rolle der unbewussten Selbstbestrafung und Selbstvorwürfe bei der Vergebung. Doch lass uns heute an dieser Stelle einen Punkt setzen.

Die Vergebung kann tiefgründige Aspekte verbergen. Sage Ja zu deiner emotionalen Befreiung. Diese Bereitschaft öffnet dir das Tor zum inneren Frieden.

Ich danke dir für deine Zeit und dein Sein.

Ich freue mich, dich auf deinem Weg zu begleiten.

Om und Prem, Massama Kambia
Yoga LifeMind Coach |Spirituelle Beraterin & Lehrerin | Autorin